Vergleich von niedrigen Bauzinsen

Hausbau als Altersvorsorge

Eignet sich Hausbau als Altersvorsorge?

Viele zukünftige Bauherren gehen davon aus, dass ein eigenes Haus eine gute und solide Altersvorsorge ist. Ihrer Meinung nach sparen Sie sich im Alter die Miete, was zu geringeren Lebenserhaltungskosten führt und hinterlassen, womöglich für die Enkel, ein ansehnliches Erbe. Nüchtern betrachtet sprechen aber, besonders bei langer Laufzeit, mehrere Gründe gegen ein eigenes Haus als Altersvorsorge. Zwar sind die aktuellen Bauzinsen auf einem niedrigen Niveau und ein Eigenheim ist für viele erschwinglich, doch sollte man ein eigenes Haus immer noch als „Luxusobjekt“ betrachten, welches vor allem Kosten verursacht.

Allein die monatlichen Kreditraten übersteigen im Regelfall die ersparte Miete. Hinzu kommen noch die erhöhten Belastungen beim Bau und selbst nach getilgtem Kredit verursacht ein Haus immer noch hohe Instandhaltungskosten, höhere Energiekosten (je nach Haus) und Steuerabgaben. Fraglich ist auch, ob man im Alter noch körperlich in der Lage sein wird ein Haus selbst zu bewirtschaften. In dem Fall würde es eventuell Sinn machen sein Haus zu vermieten und im Gegenzug eine kleinere Wohnung zu mieten. Aber lohnen sich, je nach Kreditlaufzeit, die jahrelangen finanziellen Mehrbelastungen?

Die Einnahmen/Ersparungen aus der Miete werden im Normalfall relativ, bis enttäuschend, niedrig ausfallen und auch die Immobilie selbst wird, je nach Lage, kaum große Wertzuwächse hinlegen (zumindest nicht in Deutschland). Der größte Minusfaktor sind dabei die laufenden Darlehnskosten, die die Rendite auf ein marginales Minimum drücken. Darum ist diese Art der Altersvorsorge eher dann das richtige, wenn man bereits über ein hohes Eigenkapital oder Einkommen verfügt und sein Haus in relativ kurzer Zeit abbezahlen kann. Insbesondere für finanzkräftige Selbstständige ist das eine sichere und interessante Alternative für eine private Altersvorsorge, wie z.B. der Rürup Rente.

Eine Kombination von privater Altersvorsorge (Riester, Lebensversicherung, Fonds, …) und Eigenheim, sofern das Eigenheim über Kredite finanziert wird, lohnt sich selbst bei staatlichen Zuschüssen nicht, da die Kosten für die Kredite (5-6%) oft höher sind als die netto Rendite der Anlagen. In dem Fall sollte man sich nur für eine Form der Altersvorsorge entscheiden.

Fonds als Alternative Vorsorgeform

Steht der finanzielle Vermögensaufbau im Vordergrund, sollte man sein Geld eher in ausgewählte Fonds investieren. Diese bringen bei 25-30 Jahren Laufzeit eine realistische durchschnittliche Rendite von 8-12%. Bei einem Eigenkapital von 40.000€ wäre es sinnvoller, 4-mal 10.000€ in jeweils 4 verschiedene und von einander unabhängige Fonds zu investieren, die auf eine etwas höhere Rendite von 10-15% abzielen. Sollte nur ein Fond das Ziel von 15% erreichen, liegt allein der Wert dieses Fonds nach 30 Jahren bei 662.000€. Im Vergleich zu einem normalen Haus wäre das mehr als das doppelte (Formel).

Der Vorteil einer Einmalanlage liegt hierbei darin, dass keine weiteren laufenden Kosten anfallen und man mehr finanziellen Spielraum hat, der eventuell wiederrum zum Vermögensaufbau oder Altersvorsorge genutzt werden kann. Auch ist es bei Geldknappheit jederzeit möglich seine Fondanteile zu verkaufen, was bei einem Haus nicht ganz so einfach wäre und viel Zeit beansprucht.

Fazit: Hausbau eignet sich, je nach finanzieller Grundsituation und wegen guter Alternativen, nur bedingt zur Altersvorsorge.